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Joannes Paulus PP. II

Papst Johannes Paul II

Das Papsttum Johannes Paul II Benedikt XVI Sedisvakanz Ein katholischeres Deutschland

Karol Wojtyla 16.X.1978 - 2.IV.2005

Jubiläumspilgerfahrten von Papst Johannes Paul II
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Johannes Paul II., mit bürgerlichem Namen Karol Jzef Wojtyla (geboren am 18. Mai 1920 in Wadowice bei Krakau, Polen; gestorben am 2. April 2005 in der Vatikanstadt) war nach kirchlicher Zählung der 264. Papst in der Geschichte der Römisch-Katholischen Kirche. Sein Pontifikat dauerte vom 16. Oktober 1978 bis zu seinem Tode am 2. April 2005 und prägte nachhaltig sowohl die Endphase des Kalten Krieges als auch die Zeit danach. Johannes Paul II. war der Papst mit der längsten Amtszeit nach Pius IX.. Sein Vorgänger war Papst Johannes Paul I., dessen Pontifikat nur 33 Tage dauerte.

Karol Wojtyla wurde in Wadowice, einer Kleinstadt bei Krakau, als Sohn eines ehemaligen k.u.k. Offiziers geboren. Seine Mutter, Emilia Kaczorowska, starb, als Karol neun Jahre alt war. Als Karol 12 Jahre alt war, verlor er auch seinen Bruder Edmund, der 1932 als junger Mediziner an Scharlach starb. Ab 1930 besuchte er das Gymnasium und wirkte ab 1934 bei Theateraufführungen mit. Wojtyła galt als strebsamer Schüler und beendete die Schule mit Bestnoten. Im Sommer 1938 siedelte er mit dem Vater nach Krakau über und schrieb sich zum Studium der Philosophie und Literatur in der Jagiellonen-Universität ein. Drei Jahre später, im Jahre 1941, starb sein Vater.

An der Universität schloss sich Wojtyła der Experimentaltheatergruppe „Studio 39“ an, in der er bis 1943 wirkte. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde die Universität von der deutschen Besatzungsmacht geschlossen und viele bedeutende Professoren verhaftet. Wojtyła führte seine Studien jedoch fort, wurde aber zur Zwangsarbeit in einem Steinbruch sowie vom Frühjahr 1942 bis August 1944 in einer Chemiefabrik verpflichtet. So konnte er auch seine Deportation zur Zwangsarbeit nach Deutschland verhindern.

Wadowice und Krakau sind Orte, die bis zum Zweiten Weltkrieg sehr stark durch die jüdische Kultur beeinflusst waren. Sie wurden prägend für Wojtyłas positives Verhältnis zum Judentum. Seine Interessen waren breit gefächert; groß war sein Engagement im rhapsodischen Theater. 1942 trat er ins geheime Priesterseminar der Erzdiözese Krakau ein. Von da an bis zum Kriegsende fand er Zuflucht in der Residenz des Erzbischofs Adam Stefan Sapieha.

Am 1. November 1946 empfing er heimlich die Priesterweihe von Kardinal Sapieha und promovierte in den folgenden zwei Jahren auf dessen Anweisung in Rom über die Theologie und Mystik des Heiligen Johannes vom Kreuz. Am 3. Juli 1947 erwarb er ein Lizenziat der Theologie. Im Juni 1948 erhielt er nach Abschluss seiner Dissertation das Doktorat der Philosophie.

Im Anschluss war er als Kaplan in Niegowice bei Gdów und später in der Krakauer Studentenkirche Sankt Florian tätig, wo er schon bald für seine Predigten bekannt war. Seine unkonventionelle Art machte ihn zu einem beliebten Ansprechpartner unter den katholischen Studenten. Woityla kehrte nach Polen zurück und promovierte bis Ende 1949 auch in Theologie.

Ab 1953 lehrte Woityla als Professor für Moraltheologie in Krakau und bekam 1954 einen Lehrauftrag für Philosophie und Sozialethik an der Katholischen Universität von Lublin, wo er 1955 auch habilitierte.

Professor und Priester

Im September 1958 wurde er zum Weihbischof von Krakau geweiht. Wojtyła nahm aktiv am Vaticanum teil; sein Hauptaugenmerk lag dabei auf der Religionsfreiheit, die in dem Dokument Dignitatis humanae beschworen wurde, und einer zeitgemäßen Verkündigung der kirchlichen Lehre, die im Konzilspapier Gaudium et Spes gefordert wurde.

1964 folgte er Kardinal Sapieha im Amt des Erzbischofs von Krakau. Sein Episkopat in Krakau ist vor allem durch eine „sanfte“ Konfrontation mit dem kommunistischen Regime Polens geprägt. Sein Beharren auf dem Bau einer Kirche in der neu gegründeten Arbeiterstadt Nowa Huta und seine Predigten, in denen er oft die freie Ausübung der Religion für alle Polen forderte, zeigten ihn als unerschrockenen Antikommunisten. Zum Kardinal wurde er am 26. Juni 1967 erhoben.

Im Zuge der kirchlichen Bemühungen um eine deutsch-polnische Aussöhnung besuchte Wojtyła 1974 Deutschland und zelebrierte mit Kardinal Döpfner im September eine Versöhnungsmesse im Karmelitinnenkloster Heilig Blut innerhalb des ehemaligen KZ Dachau. Als Papst sprach er später 48 der dort inhaftierten Priester selig. Im September 1975 zelebrierte er mit Bischof Joachim Meisner, den er später zum Kardinal ernannte, den Wallfahrtsgottesdienst in Erfurt. Ein letzter Deutschlandbesuch vor seiner Wahl erfolgte im 1978 an der Seite des Primas von Polen Kardinal Wyszynski, bei dem er anläßlich eines Pontifikalamtes am 24. September im Münchner Liebfrauendom bei seiner Predigt den Wunsch nach der baldigen Seligsprechung Edith Steins ausdrückte, was er später am 1. Mai 1987 persönlich in Köln vollziehen konnte.

Am 16. Oktober 1978 wurde er beim Konklave in der Sixtinischen Kapelle als Nachfolger des am 28. September 1978 verstorbenen Johannes Paul I. zum Papst und Bischof von Rom gewählt. Damit war er der erste nicht-italienische Papst seit Hadrian VI. (* 1459 in Utrecht, heute Niederlande) sowie der erste slawische Papst der Kirchengeschichte. Johannes Paul war bei seiner Wahl mit 58 Jahren der jüngste Papst seit Pius IX. Zudem war er in ausserordentlich guter körperlicher Verfassung. Im Gegensatz zu anderen Päpsten vor ihm trieb er in jener Zeit noch Sport, er schwamm und fuhr regelmässig Ski.

Das Attentat

Am 13. Mai 1981 verübte der türkische Rechtsextremist Mehmet Ali Agca auf dem Petersplatz in Rom ein Attentat auf Johannes Paul II. Dieser wurde dabei durch drei Kugeln schwer verletzt und 20 Tage lang in der Gemelli-Klinik behandelt. Am 20. Juni 1981 wurde er erneut wegen der Schussverletzungen in die Klinik gebracht und nach einer Operation am 14. August wieder entlassen. Die Hintermänner wurden beim sowjetischen Geheimdienst KGB vermutet. Es blieb allerdings lange Zeit eine Vermutung, da Agca sich bis März 2005 beharrlich über die Hintergründe des Attentats ausschwieg. Inzwischen behauptet er, Unterstützung aus dem Vatikan erhalten zu haben und möchte demnächst ein Buch herausgeben. Aus den bislang gefundenen Unterlagen gebe es keine Hinweise auf die Verstrickung der DDR, des bulgarischen Geheimdienstes oder des KGB. Aufsehen erregte der Papst, als er den Attentäter, dem er schon auf dem Krankenbett vergeben hatte, nach der Genesung im Gefängnis besuchte. Da der Tag des Attentats auf den Tag fiel, an dem sich in Fatima die erste Marienerscheinung ereignet hatte, schrieb Johannes Paul II. seine Rettung der Gottesmutter zu und bedankte sich mit einer Wallfahrt in den portugiesischen Wallfahrtsort. Dabei brachte er das Geschoss, das ihm aus dem Bauch entfernt worden und inzwischen vergoldet und in eine kleine Krone gefasst war, der Madonna von Fatima als Geschenk dar. Die Madonna trägt bis heute diese Krone mit der Kugel auf dem Kopf.

Das weitere Pontifikat

Am 28. Mai 1982 besucht der Papst erstmals seit der Kirchenspaltung vor 450 Jahren Grossbritannien. Während seines sechstägigen Aufenthaltes wird er von Königin Elisabeth II. empfangen und besucht einen ökumenischen Gottesdienst in der Kathedrale von Canterbury. 1987 besuchte der Papst erneut Deutschland (nochmals 1996), 1988 Österreich (nochmals 1998). Am 1. Dezember 1989 wurde der damalige Generalsekretr der KPdSU Michail Gorbatschow als einziger in der Geschichte der Sowjetunion vom Papst im Vatikan empfangen. Am 15. Juli 1992 wurde Johannes Paul II. ein gutartiger Tumor aus dem Dickdarm entfernt. Am 29. April 1994 brach er sich den Oberschenkel beim Sturz in seinem Badezimmer und trug seitdem ein künstliches Hüftgelenk. Am 15. Januar 1995 nahmen in Manila vier Millionen Menschen am grten Gottesdienst in der Geschichte der römisch- katholischen Kirche teil. Dies war zugleich die grösste Menschenansammlung, die die Welt bisher erlebt hat. Im März des Heiligen Jahres 2000 besuchte er die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel und betete an der Klagemauer. Als erster Papst betrat er am 6. Mai 2001 in Damaskus eine Moschee (Omajjaden-Moschee). Drei Jahre später, besuchte er am 5. und 6. Juni das nationale katholische Jugendtreffen in Bern (Schweiz), und am 14. August 2004 den französischen Krankenwallfahrtsort Lourdes. 1979 beauftragte Johannes Paul II. die Päpstliche Akademie der Wissenschaften, den berühmten Fall Galileo Galilei aufzuarbeiten. Am 31. Oktober 1992 wurde der Kommissionsbericht übergeben und Johannes Paul II. hielt eine Rede, in der er das gegenseitige Missverstehen von Wissenschaft und Kirche bedauerte. Papst Johannes Paul II. hat in seiner Amtszeit 473 Heiligsprechungen vorgenommen. Die Zahl aller von seinen Vorgängern in den letzten 400 Jahren insgesamt heiliggesprochenen Personen ist nur etwa halb so hoch. Er sprach auch die italienische Kinderärztin Gianna Beretta Molla als eine von wenigen verheirateten Frauen heilig - sie gilt als Vorbild der Abtreibungsgegner. Die Selig- und Heiligsprechung des umstrittenen Opus-Dei-Gründers Josemaria Escriv führte zu Kritik innerhalb der Kirche. Am 24. Mrz 2004 wurde in Rom Johannes Paul II. der ausserordentliche Karlspreis der Stadt Aachen für seinen Einsatz für Frieden, Freiheit und Demokratie in Europa verliehen. Dies war die erste weltliche Ehrung, die Johannes Paul II. bereit war entgegenzunehmen.
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