Kurios

Sternenkriege

George Lucas ist der Erfinder des Filmepos Star Wars

Der Regisseur versteckt sich oft hinter seinem einflussreichen Werk

Ein Wachturm wie bei der innerdeutschen Grenze. Ein junger Mann, der in Panik vor unsichtbaren Verfolgern durchs Unterholz keucht. Maschinengewehrfeuer, das ertönt. Der Mann nähert sich seinem Ziel - da wird er niedergeschossen. "Klar lohnt es sich, für die Freiheit zu sterben", sagt eine Sprecherstimme, "denn ohne Freiheit sind wir tot."

Der Film entstand 1965, trug den Titel "Freiheit", dauerte knapp 3 Minuten und war die zweite Übungsarbeit eines 21-jährigen Studenten an der University of Southern California. Sein Name: George Lucas. Kaum einer weiß von den frühen Werken des George Lucas. Kaum einer weiß von dem schweren Autounfall des 17-jährigen, der seitdem an eine "Macht" glaubt, die mit ihm sei. Kaum einer weiß, daß er das mittlerweile global verehrte Animationsstudio Pixar gegründet hat. Merkwürdig an Lucas: daß er hochgradig berühmt ist, aber allen nur zwei Dinge zu ihm einfallen. Er ist der Vater des "Kriegs der Sterne", und er tüftelt auf seiner Skywalker Ranch an neuen Tricks.

Star Wars als Slogan für die US Raketenverteidigung

George LucasNehmen wir Steven Spielberg, Lucas' alten Weggefährten. Spielberg ist eingefleischter Liberaler. Mel Gibson wiederum, auch das wissen wir, ist konservativ. Aber wohin neigt George Lucas? Doch sicher zu den Republikanern. Schließlich hat er US Präsident Ronald Reagan mit "Star Wars" den Slogan für dessen Raketenverteidigung geliefert, und wenn ein Präsident sein Gut/Böse-Schema direkt vom "Krieg der Sterne" zu beziehen scheint, dann George W. Bush.

Doch die Lucas-Akten sind frei von politik und erwähnen weder Wahlkampfauftritte noch Parteispenden. In einem SZ-Gespräch muß der Interviewer ein halbes Dutzend Male nachkitzeln, bevor sich Lucas aus der Reserve locken läßt: "Ich lebte in den Sechzigerjahren in San Francisco", holt er aus, "und niemand - ich betone: niemand - der in den sechziger Jahren in San Francisco herumlief, 20 Jahre alt war und noch dicht im Kopf, niemand von diesen Leuten war oder wurde mal ein Republikaner. Das ist unvorstellbar!"

Nun ist es raus. Warum ziert er sich so? Hängen wir eine weitere Merkwürdigkeit an: George Lucas ist einer der prominentesten Filmkünstler der Welt, hat aber in 35 Jahren lediglich 6 Filme inszeniert. Von denen sind 4 "Star Wars"-Folgen, und die von Fans meistgeschätzte Episode - "Das Imperium schlägt zurück" - stammt gar nicht von ihm, sondern von einem soliden Handwerker namens Irvin Kershner. Zwischen 1977 und 1997 findet sich, trotz intensiver Suche, überhaupt keine Lucas-Regie.

Aber blenden wir noch einmal zurück in die Studententage. Sein fünfter Übungsfilm hieß "THX 1138 4EB", und er war es, der Spielberg so begeisterte, dass er Lucas' Bekanntschaft suchte. Darin ist wieder ein Mann auf der Flucht, in einer unterirdischen, labyrinthischen Stadt, bis er am Ende eine Tür aufhebelt und plötzlich im hellen Tageslicht steht: Er klettert auf die Erdoberfläche und läuft auf die untergehende Sonne zu.

Wenn es einen Begriff gibt, der sich durch Lucas' Filme zieht, von den frühen experimentellen bis zu jetzigen hochsynthetischen, dann ist es "Freiheit". Lucas hat von seinen traumatischen Studioerfahrungen erzählt, wie Warner Bros. seinen "THX"-Langfilm immer wieder umschneiden ließ und wie ihm ein Studioboß dringend riet, "diese Roboter" aus dem "Krieg der Sterne" zu entfernen.

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