Tsunamis
Tsunamis sind Meereswogen, die oft durch Erdbeben auf dem Meeresgrund ausgelöst werden. Sie breiten sich mit hoher Geschwindigkeit bis zu 800 km/h und über Entfernungen von bis zu 20.000 km aus und können in Ufernähe einer Tiefseesteilküste auf eine Höhe von etwa 50 Meter ansteigen. Die Geschwindigkeit eines Tsunamis hängt überwiegend von der Meerestiefe ab; je tiefer das Meer, desto schneller und je flacher, desto langsamer ist der Tsunami. Seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei einer Meerestiefe von etwa 6 Kilometern. Der Tsunami wird oft als eine Flutwelle bezeichnet jedoch hat seine Entstehung nichts mit den tageszeitlichen Wechseln zwischen Ebbe und Flut zu tun.
Stärkere Tsunamis können weiträumige katastrophale Schäden verursachen und ganze Küstenstriche verwüsten. Eine solche Naturkatastrophe traf beispielsweise am 26. Dezember 2004 14 Anrainerstaaten des Indischen Ozeans (siehe auch: Erdbeben im Indischen Ozean 2004). Bei diesem Unglück starben nach neuesten Schätzungen mehr als 225.000 Menschen; etwa 1,7 Millionen Menschen wurden obdachlos.
Die Ursachen eines Tsunamis
80-90% aller Tsunamis werden durch Erdbeben am Meeresgrund verursacht, die restlichen entstehen durch abrupte Verdrängung groÃYer Wassermassen die z.B. durch küstennahe Bergstürze, Vulkanausbrüche, Unterwasserlawinen oder Meteoriteneinschläge verursacht werden. Tsunamis treten am häufigsten im Pazifischen Ozean auf: Am Rand des Stillen Ozeans, in der Subduktionszone des Pazifischen Feuerrings, schieben sich tektonische Platten der Erdkruste übereinander, wodurch Vulkanismus, See- und Erdbeben verursacht werden.
Auftreffen im Küstengebiet
In einem Fjord in Alaska wurden mehrere Wellen mit rund 150 Metern und sogar eine mit bis zu 530 Metern Höhe nachgewiesen (Megatsunami). Diese gigantischen Wellen entstanden jedoch nicht als Fernwirkung eines Erdbebens, sondern durch Wasserverdrängung im Fjord selbst: Heftige Erdbeben lieÃYen Berghänge in das Fjord rutschen und brachten diesen schlagartig zum Ãoberlaufen.
Die Ã"nderung der Wellenausbreitungsgeschwindigkeit bei der Annäherung eines Tsunami an die Küste hängt vom Profil des Meeresbodens ab. Nach örtlichen Gegebenheiten kann es dabei zu Brechungseffekten kommen: So wie das Licht beim Ãobergang von Luft in Wasser oder Glas seine Richtung ändert, so ändert auch eine Tsunamiwelle ihre Richtung, wenn sie schräg durch eine Zone läuft, in der sich die Meerestiefe ändert. Je nach Ursprungsort des Tsunami und Unterwassertopographie kann es dabei zur Fokussierung des Tsunami auf einzelne Küstenbereiche kommen.
Ein Tsunami besteht nicht aus einer einzelnen Welle, sondern aus einem ganzen Set von Wellen mit unterschiedlichen Amplituden und Frequenzen. Wellen breiten sich mit leicht unterschiedlicher Geschwindigkeit und Frequenz aus. Deshalb addieren sich die einzelnen Wellen eines Paketes in von Ort zu Ort und von Minute zu Minute unterschiedlicher Weise. Je nach Ursache kann ein Tsunami an einem Punkt der Küste zuerst als Wellenberg oder zuerst als Wellental beobachtet werden. Ist die Ursache des Tsunamis ein Hangabrutsch oder Herunterbrechen einer Kontinentalplatte, so wird das Meerwasser zur Sohle hin beschleunigt. Wasser wird komprimiert, und es entsteht zunächst ein Wellental. Danach expandiert das Wasser wieder auf sein ursprüngliches Volumen, und der Wellenberg entsteht. Beim Eintreffen der Welle an der Küste zieht sich zunächst die Küstenlinie zurück, unter Umständen um mehrere 100 Meter. Wenn der Tsunami eine unvorbereitete Bevölkerung trifft, kann es geschehen, dass die Menschen durch das ungewöhnliche Schauspiel des zurückweichenden Meeres angelockt werden, statt dass sie die verbleibenden Minuten bis zur Ankunft der Flutwelle nutzen, um sich auf höher gelegenes Gelände zu retten.
Auswirkungen auf den Menschen
- Ertrinken: Menschen werden durch die starken Strömungen ins Meer gespült. Andere ertrinken, weil sie nicht schwimmen können, oder durch Erschöpfung.
- Unterkühlung: Bei niedriger Wassertemperatur kühlt der Körper im Wasser sehr schnell aus. Hierdurch können Menschen durch Erfrieren umkommen oder erkranken.
- Schnittwunden, Prellungen, Quetschungen, innere Blutungen: Menschen werden mitgerissen und von Gegenständen, die im Wasser mittreiben, oder solchen, die fix bleiben (z. B. Felsen, Steinmauern), verletzt.
- Verschüttetwerden in Gebäuden, die unter dem Druck des Wassers zusammenbrechen.
AuÃYer den unmittelbaren Folgen für die betroffenen Menschen gibt es bei groÃYen Tsunamis auch erhebliche Katastrophen:
- Hunger, Durst: Zerstörte Infrastruktur verunmöglicht die Grundversorgung mit sauberem Wasser und Nahrungsmitteln
- Krankheiten, Epidemien: Wenn verstreute Leichen nicht schnell genug bestattet werden können und die ärztliche Versorgung zusammenbricht, können Krankheiten/Seuchen entstehen und sich ausbreiten.
- Armut: Die breite Zerstörung beraubt viele Menschen ihrer Lebensgrundlagen und Erwerbsmittel.
- Nach dem Tsunami überwältigt die Menschen der Schock. Wer der Flut entkommen ist, wird die seelischen Wunden nicht mehr los.
SicherheitsmaÃYnahmen zu beachten
Wenn man von einem Tsunami betroffen sein könnte dann sollte man...
- Sich von der Küste ins Landesinnere begeben
- Nicht in Ufernähe schlafen oder leben (Mindestabstand 300 Meter)
- Sich auf eine Anhöhe begeben (mindestens 30 Meter Höhe)
- Dort wo vorhanden, Alarmsirenen beachten (Da in vielen Gegenden Tsunamis selten sind und gelegentlich Fehlalarm gegeben wird, kommt es vor, dass viele Menschen die Alarmsirenen ignorieren.)
- Mit mehreren Wellen rechnen und nicht nach der ersten oder zweiten Welle zurückkehren (Zwischen den Wellen weicht das Meer sehr weit zurück. Das ist als Alarmzeichen zu begreifen.)
- Sich auf einem starken Baum in Sicherheit bringen
- Sich auf etwas schwimmfähigem aufhalten (Dach, groÃYe Tür, Tor)
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