Ryan air - eine aussergewöhnliche Fluglinie
Ryanair wurde 1985 vom Iren Tony Ryan gegründet und versuchte von Beginn an, durch billige Tarife in den Markt von British Airways und Aer Lingus einzubrechen. In den Jahren darauf expandierte Ryan Air sehr schnell, schrieb aber immer wieder rote Zahlen. Die Geschäftsführung wurde ab 1993 an Michael O'Leary übergeben, nach dem er 5 Jahre lang leitende und beratende Funktionen im Unternhemen hatte. Er setzte von Anfang an voll auf das US-amerikanische Prinzip "Niedrigste Preise/Keine Extras", indem er unrentable Strecken einstellte, und sich auf einen Flugzeugtyp beschränkte. Mit der Deregulierung des EU-Luftverkehrs im Jahre 97 begann Ryanair mit der Expansion ins europäische Festland, seit dem 14. Februar 2002 ist Frankfurt-Hahn als deutsche Basis im Ryanair-Flugplan. Im Jahr 2003 übernahm Ryanair den verlustreichen Niedrigpreis-Ableger buzz von KLM uk.
Billiger Einkauf durch Verhandlungen mit Flughäfen
Ryanair sucht sich die angeflogenen Airports in erster Linie nach dem Preis aus. Ryanair versucht dabei, Vergünstigungen für sich zu gewinnen und erhält teilweise sogar Subventionen aus infrastrukturell schwachen Gebieten. Diese Gebiete - vor allem in Osteuropa erhoffen sich durch den Anflug der Ryanair einen wirtschaftlichen und touristischen Aufschwung sowie die indirekte Entstehung von Arbeitsplätzen. Das zweite wichtige Kriterium ist die Möglichkeit, die kurzen Standzeiten der Ryanair (ungefähr 25 Minuten) zu garantieren. Dabei ist nicht nur die vorhandene Kapazität an Abfertigungsressourcen zu beachten, sondern auch kurze Rollzeiten. Im Fokus der Ryanair stehen daher schlecht ausgelastete Flughäfen, die etwas abseits der großen Ballungszentren liegen.
Obwohl man Ryanair gerne nachsagt, jedes Flugfeld zu einem internationalen Flughafen erklären zu wollen, ist die Fluggesellschaft bei der Auswahl der Flughäfen vorsichtig geworden. So wurden bereits einige unrentable Zielorte eingestellt, wie z.B. Groningen. Gerade die von der gekauft Airline Buzz geerbten Flugziele, die im Vergleich mit den anderen Ryanair-Flughäfen höhere Flughafengebühren verlangten, waren davon betroffen. Sie wurden entweder ganz vom Programm gestrichen oder es wurden die Frequenzen reduziert wie zum Beispiel im Falle von Berlin-Schönefeld.
Die Basen der Ryanair
Barcelona-Girona (GRO), Bergamo-Milan/Orio al Serio (BGY), Charleroi (CRL), Dublin (DUB), Frankfurt-Hahn (HHN), Glasgow-Prestwick (PIK), Liverpool (LPL), London-Luton (LTN), London-Stansted (STN), Rom-Ciampino (CIA), Shannon (SNN), Stockholm-Skavsta (NYO), sind als die 12 sogenannten "Basen" der Ryanair ausgelegt. An diesen Airports sind mehrere Flugzeuge fest stationiert und es werden mehr Destinationen angeflogen als an "normalen" Ryanair-Airports. Der Londoner Airport-Stansted ist dabei die mit Abstand wichtigste Basis. 2006 soll Lübeck zur 13. Basis ausgebaut werden. Weitere Basen sind in Planung, nach dem Beitritt der 10 neuen EU-Staaten im Mai 2004 werden auch einige von ihnen in Osteuropa erwartet, wo seit 2004/2005 bereits einige Ziele angeflogen werden.
Ryanair bietet im Prinzip nur point-to-point - Verbindungen an. Daher muss Ryanair keine Anschlussmöglichkeiten gewährleisten, was für die kurzen Standzeiten der Maschinen von essentieller Wichtigkeit ist. Ausserdem werden dadurch Kosten in der Gepäcksnachforschung gespart, da meisten Gepäckverluste und –fehlleitungen bei Anschlussflügen entstehen. Dadurch fehlt den Ryanair-Basen der Charakter von klassischen Drehkreuzen wie z.B. London Heathrow oder Frankfurt. Manche Touristen buchen jedoch Weiterflüge auf ihr eigenes Risiko. Gerade der Flughafen Stansted hat sich deshalb zu einem Drehkreuz für Reisende aller Art entwickelt. Der Airport wird jede Nacht von über 100 Menschen, vor allem Rucksacktouristen, als Übernachtungsmöglichkeit genutzt, die Abends mit Ryanair (oder einer der anderen Billigfluggesellschaften) eintreffen und morgens weiterfliegen.
Probleme mit dem Verbraucherschutz
Probleme hat Ryanair mit Verbraucherschützern wegen der Bezeichnung kleiner Regionalflugplätze nach teilweise mehr als 100 km entfernten Großstädten. Vor den Gerichten bekommen die Verbraucherschützer meist Recht: So darf zwar Hahn als "Frankfurt-Hahn" bezeichnet werden, die Titel Niederrhein (Düsseldorf), Altenburg-Leipzig, und Hamburg-Lübeck hatten vor Gericht jedoch keinen Bestand und dürfen von Ryanair in Deutschland nicht mehr gebraucht werden. Ryanair hält sich nicht daran und publiziert die Namen lustig weiter.
Probleme gibt es auch mit den sehr restriktiven Geschäftsbedingungen. Erst im März 2004 entschied das Kölner Landesgericht, dass die bisherige Klausel "Sämtliche bezahlten Beträge (einschließlich Steuern und Gebühren) sind nicht erstattbar" im Falle einer Stornierung ungültig ist, Ryanair also die Steuern und Gebühren erstatten muss. Geklagt hatte die Wettbewerbszentrale Frankfurt.
In den AGBs der Ryanair steht dazu nun der folgende Satz:
"Alle bezahlten Beträge (einschließlich Steuern und Gebühren) werden nur dann zurückerstattet, wenn Ryanair einen Flug annulliert oder erheblich verschiebt. In diesem Fall haben Sie Anspruch auf eine Reisegutschrift oder die vollständige Rückerstattung der bezahlten Beträge".
Preisvergleich - Online Test
Flug von Friedrichshafen nach London Stansted am Samstag 25 Juni - zurück am 5. Juli.
Nach Verschiebung der Tage konnten wir die billigste Kombination finden: EUR 12,99 für den Hinflug und EUR 29.99 für den Rückflug. Aber diese Preise sind noch ohne der Steuern und Gebühren - da kommen noch insgesamt EUR 43,70 dazu, also insgesamt: EUR 86,86. Das ist also ungefähr die Hälfte eines Normalfliegers. Fragt sich nun wieviel es kostet nach Friedrichshafen zu kommen...
Die Bahn verlangt für die Reise von München Hauptbahnhof zu Friedrichshafen Flughafen: EUR 38,-
Die Dauer der Fahrt beträgt 2 Stunden 29 Minuten im günstigsten Fall und das ist natürlich ein ordentlicher Dämpfer...
IATA-Code:FR, ICAO-Code: RYR
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