Duzen oder Siezen: - Comeback für das "Hamburger Sie"
Haben auch Sie gute, persönliche Geschäftskontakte, denen Sie gerne das "Du" anbieten würden? Dies sollten Sie nur nach gründlicher Abwägung tun, denn ein einmal angebotenes "du" lässt sich schlecht wieder zurücknehmen und was wird, wenn aus dem Geschäftspartner ein Konkurrent wird?
Duzen oder Siezen: - Comeback für das das "Hamburger Sie"
"Duzen ist out - Comeback für das "Hamburger Sie" - das ist die Überschrift eines Artikels aus dem Hamburger Abendblatt.
Weiter heisst es: "Wer zu schnell duzt, gilt als unhöflich - wer zu lange siezt, wirkt steif. Doch mit der Rückehr alter Werte und dem Ende vieler Internetfirmen, in denen man es lässig beim Vornamen hielt, geht es nun wieder förmlicher zu. Eine Allensbach-Umfrage ergab: Gerade die Jüngeren neigen verstärkt zum "Sie". Die Entscheidung zwischen "du" und "Sie" hängt nicht nur vom Alter ab, sondern auch vom Dialekt, sozialer Stellung und Umfeld. Klassische "Du"-Zonen sind das Theater, manche Unis, die Musikbranche, das Internet und der Sport. Eine Renaissance erlebt auch die von dem Kolumnisten Max Goldt einst als "Hamburger Sie" getaufte Sonderform. War die frühere Anrede für das Personal als Kombination von Vorname und "Sie" ("Minna, kommen Sie mal") lange verpönt, ist sie heute wieder in. Professoren gebrauchen sie für ihre Hilfskräfte, Eltern reden so die erwachsenen Freunde ihrer Kinder an."
Dieser Trend zeigt, daß dem "Sie" wieder eine große Bedeutung zukommt, wie es auch von Etikette-Trainern thematisiert wird. Ein vorschneller Übergang zum "Du" baut Barrieren und Distanzen ab, die in manchen Situationen nötig sind.
Das gleiche gilt für den internationalen Bereich: Während im Englischen die Anredeform "you" sowohl "du" wie "Sie" bedeutet, wird dadurch vorschnell interpretiert, den Gesprächspartner auch mit dem Vornamen anreden zu können. Warten Sie so lange, bis es Ihnen Ihr (meist amerikanischer) Geschäftspartner ausdrücklich anbietet, Sie mit Vornamen anzureden. Besondere Regeln gelten natürlich innerhalb amerikanisch geführter Unternehmen im Rahmen der "corporate identity".
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