Es war der Plan von einer handvoll Terroristen die in England flüssigen Sprengstoff in mehrere Maschinen Richtung USA schmuggeln wollten. Angeblich.
Und dann wurde der MI5 hoch gelobt, denn man konnte seit Jahrzehnten wieder mal etwas erlauschen das tatsächlich von Nutzen war. Für mich klingt das eher nach jungem hochmotivierten Feuerwehrmann, der selbst einen Brand legt um als kleiner Held hervorzukommen.
Aber lassen wir das, denn die Ursache für die weltweit geltende Regel nicht mehr als einen Liter Flüssigkeit an Bord einen Flugzeuges zu bringen ist hier nebensächlich. Vielmehr kurios finde ich die Regel an sich und deren Umsetzung in der Praxis.
Flüssigkeiten werden also heute, wie auch Teppichmesser oder scharfe Kanten eines Bechers als hochgradig gefährlich eingestuft.
Wenn ich heute mit einer geladenen Schusswaffe versuche ein Flugzeug zu betreten, dann werde ich (falls sie entdeckt wird) mit einigem Ärger zu rechnen haben. Ich werde vermutlich den Flieger verpassen, mir werden einige Fragen gestellt werden, auf jeden Fall werden sich die die Behörden dafür interessieren und sollte ich tatsächlich etwas am Kerbholz haben oder Freunde im Knast haben, dann wird das nicht lustig.
Das ganze wird deshalb unangenehm weil ich mit dieser Waffe wirklich das eine oder andere Loch in die Flugzeugwand schießen könnte oder auf dem Weg dort hin könnte ich auch den Trolleywagen der Stewardess bedrohen und mir dann überlegen ob ich politisch gegen die USA motiviert bin.
Mit einer Flasche Sprite, in der sich eine ebenso klare, hochexplosive Flüssigkeit befindet, wäre nicht nur der Trolleywagen dran, ich könnte mal bequem 25 Sitzreihen von der Kabine entfernen.
Wo ist also der Unterschied zwischen der Schusswaffe und der Flasche Sprite? Die Antwort ist klar: Die Schusswaffe ist vergleichsweise harmlos.
Was aber passiert wenn ich mit Flüssigkeiten bei der Durchleuchtung erwischt werde? Fast gar nichts. Man wird mir die Flasche in einen Kübel schmeissen in dem schon 45 andere Flaschen herumkugeln. Das wars dann aber auch schon.
Wäre ich Terrorist, würde ich natürlich nur Flaschen durchschleusen. Solange bis man die Flasche nicht entdeckt. Und viele Versuche sind dafür nicht nötig. Bei meinem letzten Flug von München nach Amsterdam steckte ich eine Flasche Cola Zero in die Laptoptasche. Beim Rückflug ebenso. Die wurde nie entdeckt. Und wenn, dann wärs auch nicht schimm gewesen.
Diese Flüssigkeitskontrollen kann man eigentlich dem Hasen geben. Sie nützen gar nix. Denn entweder man sagt: Limonde ist schon in Ordnung…
oder: Man stellt das Mitnehmen von einer Flasche Cola unter dieselbe Strafe wie das mitnehmen einer ungeladenen Schusswaffe (die ja auch harmlos ist).
Eine Kontrolle ohne Sanktionen ist aber völlig wertlos. Das müsste eigentlich auch den Regierungen klar sein aber vielleicht glaubt ja der eine oder andere wirklich an das Märchen in London…